Paketdienste

Die Marktentwicklung aus Sicht der Nachunternehmer der Paketdienste bzw. anderer Systemgebern stellt sich folgendermaßen dar.

Als Folge der Schließung oder eingeschränkten Geschäftsbetrieb von vielen Unternehmen und Verwaltungen ist die Menge der von Geschäftskunden verschickten bzw. bei Geschäftskunden zuzustellenden Pakete drastisch zurückgegangen. Branchenexperten gehen bei Geschäftspaketen von einem Rückgang von 70% und mehr aus. Mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen gehen Experten von der allmählichen Erholung der B2B Sendungsmengen aus. Parallel dazu ist bei Paketen an Privatempfänger bzw. Mitarbeiter im Homeoffice ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Dieser Anstieg gleicht jedoch den Rückgang im Geschäftskundensegment auf den gesamten Markt gesehen nicht aus.

Die Folgen für die Zustellunternehmen sind abhängig von den Charakteristika des Zustellgebietes. Je größer der Anteil an Geschäftskunden bzw. -empfängern im Zustellgebiet und je kleiner der Anteil an Privatempfängern desto negativer die Auswirkungen für das Paketunternehmen. Die Unternehmen, die in Wohn- oder Mischgebieten zustellen, sind deshalb weniger betroffen als die Unternehmen, die in Industriegebieten oder Innenstadtlagen zustellen.

Erschwerend kommt hinzu, dass mit steigendem Anstieg der Privatzustellungen mehr Stopps pro Tour angefahren werden müssen, als bei Geschäftskunden. Gleichzeitig werden pro Stopp weniger Pakete als bei Geschäftskunden zugestellt. Oft ist es nur 1 Paket pro Stopp. Bei Geschäftskunden sind es i.d.R. vier und mehr Pakete. Das bedeutet eine Tour wird einerseits deutlich teurer bei anderseits sinkenden Erlösen pro Tour, da in Summe i.d.R. weniger Sendungen zugestellt werden. Bei gleichen Einnahmen müssen teilweise neue Fahrzeuge und zusätzliches Personal eingesetzt werden.

Auch fällt in diesem Jahr der März bzw. die Zeit vor Ostern als besonders umsatzstarke Zeit aus. In normalen Zeiten haben sich Paketunternehmer in dieser Zeit finanzielle Polster für die schwächeren Folgemonate aufgebaut.

In Summe sinkende Sendungsmengen bei gleichzeitig sinkender Produktivität pro Stopp führt zum Rückgang bei den Deckungsbeiträgen und damit zu einem wirtschaftlichen Ungleichgewicht. Touren und Unternehmen werden dadurch unwirtschaftlich(er).

Die Auswirkungen sind für die traditionell auf Geschäftskunden ausgerichteten Zustellsysteme von DPD, GLS, UPS deutlich stärker als auf das System von Hermes. Hermes ist traditionell faktisch ein B2C Zustellunternehmen und hat damit keinen Produktivitäts- oder Mengenrückgang.

Hinsichtlich des Krankenstandes beim Personal ist die Situation unübersichtlich. Bei einigen Unternehmen sind hohe Ausfallquoten zu verzeichnen, andere wiederum haben stabil niedrige Quoten. Auffällig ist, dass neues Zustellpersonal leichter zu finden ist. Ausfälle durch Krankheit können so schnell kompensiert werden.

Shipcloud Newsticker zu aktuellen Meldungen der Paket- und Expressdienste: https://support.shipcloud.io/de/articles/3804501-corona-newsticker-einschrankungen-der-versanddienstleister

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